Einkünfte aus Vermietung sind die Mieteinnahmen einschließlich der Nebenkostenvorauszahlungen des Mieters minus aller Werbungskosten. Für eine Wohnung mit 1.100 € Kaltmiete, 9.800 € Zinsen und 5.600 € Abschreibung ergibt das im Beispiel −7.700 € im Jahr; bei 120.000 € übrigem Einkommen ändert das Ihre Steuer um −3.528 €.[F-LKKA-09][F-GEN-01][F-VSR-03]
Schritt 1: die Einnahmen
Zu den Einnahmen gehört alles, was Ihnen aus der Vermietung zufließt: die Kaltmiete und die Nebenkostenvorauszahlungen des Mieters. Die Nebenkosten, die Sie selbst an Versorger, Hausverwaltung oder Gemeinde zahlen, stehen als Werbungskosten dagegen; unter dem Strich gleicht sich das weitgehend aus.[F-LKKA-09] Maßgeblich ist das Kalenderjahr, in dem das Geld eingeht; eine Dezembermiete, die kurz nach Neujahr kommt, zählt noch zum alten Jahr.[F-VSR-04]
Schritt 2: die Werbungskosten
Werbungskosten sind die Zinsen des Kaufkredits, nicht die Tilgung,[F-GEN-01] die Abschreibung des Gebäudes,[F-VSR-03] die Grundsteuer[F-GSD-11] und alle übrigen Kosten der Vermietung: Verwaltung, Versicherung, Reparaturen, Fahrten zur Wohnung, Steuerberatung. Abgezogen wird im Jahr der Zahlung.[F-VSR-04] Eine Ausnahme ist das Hausgeld einer Eigentumswohnung: Der Teil, der in die Erhaltungsrücklage fließt, zählt erst, wenn die Gemeinschaft ihn für eine Erhaltungsmaßnahme ausgibt.[F-HGR-01]
Leerstand: was ein Monat ohne Mieter kostet
Steht die Wohnung leer und wollen Sie sie weiter dauerhaft vermieten, fehlen die Einnahmen, die laufenden Kosten bleiben aber in der Regel Werbungskosten.[F-VSR-05][F-UEP-02] Ein Teil des Ausfalls kommt deshalb über die Steuer zurück:
Rechenbeispiel · beim Erstellen der Seite berechnet
Dieselbe Wohnung mit 0, 1 und 3 Monaten Leerstand
- Miete und Umlagen im Monat
- 1.350 €
- Einkommen ohne Vermietung
- 120.000 €, einzeln, 2026
| Leerstand | Einnahmen | Einkünfte | Steuerwirkung |
|---|---|---|---|
| 0 Monate | 16.200 € | −7.700 € | −3.528 € |
| 1 Monat | 14.850 € | −9.050 € | −4.162 € |
| 3 Monate | 12.150 € | −11.750 € | −5.431 € |
Ein Monat Leerstand nimmt 1.350 € Einnahmen weg, kostet Sie nach Steuern aber nur 716 €: Der höhere Verlust senkt die Steuer.
Erhaltungsaufwand: sofort oder verteilt
Reparaturen und Instandhaltung ziehen Sie im Jahr der Zahlung ab. Größere Aufwendungen an einem Gebäude, das überwiegend Wohnzwecken dient, dürfen Sie gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen; wird die Wohnung vorher verkauft, ist der Rest im Verkaufsjahr abziehbar.[F-ERHV-01][F-ERHV-02] Bei 15.000 € Reparaturkosten sieht das erste Jahr so aus:
| Verteilung | Abzug im Jahr | Einkünfte | Steuerwirkung |
|---|---|---|---|
| sofort | 15.000 € | −18.200 € | −8.462 € |
| 2 Jahre | 7.500 € | −10.700 € | −4.938 € |
| 3 Jahre | 5.000 € | −8.200 € | −3.763 € |
| 5 Jahre | 3.000 € | −6.200 € | −2.823 € |
Der Sofortabzug wirkt im ersten Jahr am stärksten. Verteilen kann sich lohnen, wenn Ihr Einkommen in den Folgejahren höher ist, Ihr Grenzsteuersatz also steigt; wie viel, rechnet der Rechner zum Verteilen von Erhaltungsaufwand Jahr für Jahr.
Miete unter Marktniveau: die Grenzen von 50 und 66 %
Vermieten Sie günstiger, etwa an Angehörige, kommt es auf das Verhältnis zur ortsüblichen Miete an. Unter 50 % wird die Vermietung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufgeteilt; ab 66 % gilt sie bei Dauervermietung als voll entgeltlich.[F-VSR-01] Im aufgeteilten Fall rechnet der Rechner nur den entgeltlichen Anteil der Werbungskosten an; dazwischen zieht er sie voll ab und weist darauf hin, dass dann eine Überschussprognose entscheidet.[F-VSR-02]
| Miete | Anteil | Abziehbare Werbungskosten | Einkünfte |
|---|---|---|---|
| 440 € | 40,0 % | 9.560 € | −1.280 € |
| 660 € | 60,0 % | 23.900 € | −12.980 € |
| 770 € | 70,0 % | 23.900 € | −11.660 € |
Was das Ergebnis bei Ihrem Einkommen bewirkt
Ein Überschuss wird mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert, ein Verlust mindert die Steuer auf Ihr übriges Einkommen; jeder Euro wirkt höchstens mit dem Grenzsteuersatz.[F-GEN-02][F-LOSS-01] Dieselbe Wohnung wirkt deshalb je nach Einkommen verschieden:
- bei 60.000 € übrigem Einkommen: −2.868 € Steuer im Jahr (Grenzsteuersatz 38,58 %)
- bei 120.000 € übrigem Einkommen: −3.528 € Steuer im Jahr (Grenzsteuersatz 44,31 %)
- bei 250.000 € übrigem Einkommen: −3.412 € Steuer im Jahr (Grenzsteuersatz 44,31 %)
Angestellte können einen Verlust aus Vermietung als Freibetrag eintragen lassen; die Wirkung kommt dann monatlich mit dem Gehalt statt mit dem Steuerbescheid.[F-LOSS-02] Mit Ihren eigenen Zahlen rechnet der Vermietung-Steuerrechner jede Zeile nach.
Die passenden Rechner
- EinkommensteuerVermietung-SteuerrechnerMiete, Leerstand und Werbungskosten Zeile für Zeile eingeben: der Rechner ermittelt die Einkünfte aus Vermietung und was sie bei Ihrem Einkommen an Steuer kosten oder sparen.
- AbschreibungErhaltungsaufwand verteilenSofortabzug oder zwei bis fünf Jahre: welche Verteilung bei Ihrem Einkommen am meisten Steuer spart.
- EinkommensteuerSteuerersparnis durch VermietungMiete, Zinsen, AfA und Werbungskosten eingeben: der Rechner zeigt, wie sich das Ergebnis aus Vermietung auf Ihre Steuer auswirkt.
Rechtsgrundlage und Belege
- F-LKKA-09
Was der Mieter für Nebenkosten zahlt, gehört zu Ihren Mieteinnahmen; die bezahlten Betriebskosten sind Werbungskosten.
§ 8 Abs. 1 S. 1–2 EStGAuslegung, steuerlich prüfen lassen
- F-VSR-04
Kosten zählen in dem Jahr, in dem Sie sie bezahlen, Mieten in dem Jahr, in dem sie eingehen.
§ 11 Abs. 1 S. 1–2, Abs. 2 S. 1–2 EStGPrimärtext geprüft
- F-GEN-01
Kreditzinsen für eine vermietete Wohnung sind Werbungskosten.
§ 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 EStGPrimärtext geprüft
- F-VSR-03
Die Abschreibung des Gebäudes ist eine Werbungskost.
§ 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 7 S. 1 EStGPrimärtext geprüft
- F-GSD-11
Vermieter setzen die Grundsteuer als Werbungskosten ab.
§ 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 2 EStGPrimärtext geprüft
- F-HGR-01
Was Sie über das Hausgeld in die Erhaltungsrücklage zahlen, ist erst dann Werbungskosten, wenn die Gemeinschaft das Geld für Erhaltungsmaßnahmen ausgibt.
BFH, Urteil vom 14.01.2025, IX R 19/24, Leitsatz und II.1.c)bb)(1)-(2)Primärtext geprüft
- F-VSR-05
Steht die Wohnung leer, soll aber weiter vermietet werden, bleiben die laufenden Kosten in der Regel Werbungskosten.
Auslegung von BFH, Urteil vom 29.05.2018, IX R 8/17, Rz. 8–9; BFH, Urteil vom 19.02.2019, IX R 16/18, Rz. 16Auslegung, steuerlich prüfen lassen
- F-UEP-02
Bei dauerhafter Vermietung einer Wohnung unterstellt der BFH die Überschussabsicht, auch wenn lange Verluste anfallen.
BFH, Urteil vom 19.02.2019, IX R 16/18, Rz. 16Primärtext geprüft
- F-ERHV-01
Größeren Erhaltungsaufwand an einem Wohngebäude im Privatvermögen können Sie gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen.
§ 82b Abs. 1 S. 1–2 EStDVPrimärtext geprüft
- F-ERHV-02
Wird die Wohnung während der Verteilung verkauft, ziehen Sie den Rest im Verkaufsjahr ab.
§ 82b Abs. 2 EStDVPrimärtext geprüft
- F-VSR-01
Unter 50 % der ortsüblichen Miete wird die Vermietung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufgeteilt; ab 66 % gilt sie bei Dauervermietung als voll entgeltlich.
§ 21 Abs. 2 S. 1–2 EStGPrimärtext geprüft
- F-VSR-02
Bei einer Miete unter 50 % der ortsüblichen Miete rechnet der Rechner nur den entgeltlichen Anteil der Werbungskosten an.
§ 21 Abs. 2 EStG; § 9 Abs. 1 S. 1 EStGAuslegung, steuerlich prüfen lassen
- F-GEN-02
Eine Abschreibung spart nie mehr Steuer, als sie kostet: bei 42 % Steuersatz sparen 100 € Abschreibung 42 € plus Soli.
§ 21, § 32a EStGPrimärtext geprüft
- F-LOSS-01
Ein steuerlicher Verlust aus Vermietung mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen aus Gehalt oder Praxis.
§ 2 Abs. 3 EStGPrimärtext geprüft
- F-LOSS-02
Angestellte können den Verlust als Freibetrag eintragen lassen und haben dann monatlich mehr netto.
§ 39a Abs. 1 S. 1 Nr. 5 b EStGPrimärtext geprüft
Verantwortlich: Max Caramann. Rechenergebnisse, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.