Ein Bonus zählt steuerlich zum Jahr, in dem er ausgezahlt wird. Bleibt Ihr Gehalt gleich, bringt der Januar statt des Dezembers praktisch nichts; sinkt Ihr Einkommen im neuen Jahr, etwa auf 30.000 € wegen Elternzeit, bleiben von 20.000 € Bonus bei 96.000 € Gehalt im Januar 3.500 € mehr.[F-BONS-01]
Welches Jahr zählt
Ein Bonus ist kein laufender Arbeitslohn, sondern ein sonstiger Bezug. Er gehört zum Kalenderjahr, in dem er Ihnen zufließt, also auf Ihr Konto kommt.[F-BONS-01] Der Arbeitgeber rechnet die Lohnsteuer darauf als Differenz der Jahreslohnsteuer mit und ohne Bonus.[F-BONS-02] Die endgültige Steuer setzt das Finanzamt im Bescheid fest; die einbehaltene Lohnsteuer wird angerechnet.[F-BONS-04] Was der Bonus am Ende kostet, hängt deshalb vom Steuersatz des Jahres ab, in dem er landet, nicht vom Abzug auf der Abrechnung.
Die Sozialabgaben ändern sich meist nicht
Für die Beiträge gilt eine eigene Regel. Eine Einmalzahlung ist nur beitragspflichtig, soweit Ihr Gehalt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze des Jahres noch nicht ausgeschöpft hat.[F-EZ-01][F-EZ-02] Im Januar ist dieser Spielraum klein; übersteigt der Bonus ihn, zählt er für die Beiträge zum Dezember des Vorjahres, wenn Sie damals schon beim selben Arbeitgeber waren (Märzklausel).[F-EZ-03] Wer gut verdient, zahlt auf einen Januar-Bonus deshalb dieselben Beiträge wie im Dezember.
Der Vergleich nach Gehalt im neuen Jahr
Rechenbeispiel · beim Erstellen der Seite berechnet
20.000 € Bonus bei 96.000 € Gehalt 2026, Steuerklasse I, gesetzlich versichert
- Kinder, Kirchensteuer
- keine
- Recht 2027
- Tarif, Lohnsteuerprogramm und Beitragsgrenzen 2026
| Gehalt 2027 ohne Bonus | Bonus netto im Dezember | Bonus netto im Januar | Vorteil Januar |
|---|---|---|---|
| 96.000 € | 10.265,23 € | 10.265,23 € | 0 € |
| 75.000 € | 10.265,23 € | 11.246,82 € | +982 € |
| 60.000 € | 10.265,23 € | 12.147,60 € | +1.882 € |
| 30.000 € | 10.265,23 € | 13.765,60 € | +3.500 € |
| 0 € | 10.265,23 € | 18.306,60 € | +8.041 € |
Bei gleichem Gehalt liegt der Unterschied unter einem Euro; je stärker das Gehalt 2027 sinkt, desto mehr bringt der Januar.
Elterngeld im neuen Jahr
Wer im neuen Jahr in Elternzeit geht, hat weniger Gehalt, aber Elterngeld. Das Elterngeld ist steuerfrei, hebt aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das übrige Einkommen, also auch auf einen Bonus im Januar.[F-ELG-07][F-PVB-01] Mit 30.000 € Gehalt und 12.000 € Elterngeld im Jahr 2027 bleiben im Januar noch 3.428 € mehr als im Dezember statt 3.500 € ohne Elterngeld. Der Bonus-Rechner nimmt Elterngeld oder Krankengeld für beide Jahre auf.
Was sonst zu bedenken ist
Ein späterer Termin heißt auch: Das Geld kommt einen Monat später, und die Steuer dafür wird ein Jahr später abgerechnet. Ob der Arbeitgeber den Termin verschieben darf, regelt Ihr Vertrag oder die Bonusvereinbarung. Für den Vergleich zählt nur die Differenz der Grenzbelastung beider Jahre: Jeder Euro Bonus kostet den Grenzsteuersatz des Jahres, in dem er zufließt.[F-GEN-02] Den eigenen Satz zeigt der Grenzsteuersatz-Rechner.
Auf der Dezemberabrechnung behält der Arbeitgeber auf den Bonus vollen Soli ein; in der Milderungszone fällt im Bescheid mehr an, deshalb folgt oft eine kleine Nachzahlung.[F-BONS-03] Das gilt im Januar genauso.
Ehepaare und weitere Einkünfte
Bei Ehepaaren entscheidet nicht das eigene Gehalt, sondern das gemeinsame zu versteuernde Einkommen: Es wird nach dem Splittingtarif besteuert, also mit dem Doppelten der Steuer auf die Hälfte.[F-GDSB-02] Geht der Partner im neuen Jahr in Elternzeit, sinkt das gemeinsame Einkommen und mit ihm der Satz auf Ihren Bonus, auch wenn Ihr eigenes Gehalt gleich bleibt. Das gilt ebenso für Verluste aus Vermietung, die mit dem Gehalt verrechnet werden.[F-LOSS-01] Im Bonus-Rechner geben Sie dafür das zu versteuernde Einkommen beider Jahre selbst ein; der Rechner rechnet die Veranlagung dann mit diesem Einkommen statt mit dem Gehalt allein.
Recht für 2027
Der Rechner rechnet 2027 nach heute geltendem Recht, weil der Tarif ab 2026 ohne Enddatum gilt.[F-EZ-04] Geplant, nicht beschlossen, sind ein höherer Grundfreibetrag und höhere Beitragsbemessungsgrenzen.[F-EZ-05][F-EZ-06] Kommen sie, ändern sich die Beträge für 2027.
Die passenden Rechner
- EinkommensteuerBonus-RechnerBonus und Gehalt eingeben: was die Lohnabrechnung abzieht, was der Bonus am Ende wirklich an Steuer kostet und ob sich die Auszahlung im Januar lohnt.
- EinkommensteuerBrutto-Netto-RechnerGehalt, Steuerklasse, Krankenversicherung und Altersvorsorge eingeben: Netto pro Monat und Jahr, jeder Abzug einzeln und was von der nächsten Gehaltserhöhung übrig bleibt.
- EinkommensteuerGrenzsteuersatz-RechnerWas der nächste Euro Einkommen kostet und ein Euro Abzug spart, exakt nach dem Tarif 2024 bis 2026.
Rechtsgrundlage und Belege
- F-BONS-01
Ein Bonus zählt zum Jahr, in dem er ausgezahlt wird; die Lohnsteuer soll am Ende der Einkommensteuer entsprechen.
§ 38a Abs. 1 S. 3 und Abs. 2 EStGPrimärtext geprüft
- F-BONS-02
Vom Bonus wird die Steuer einbehalten, die er zusätzlich zur Jahreslohnsteuer verursacht; ein eingetragener Freibetrag senkt sie.
§ 39b Abs. 3 S. 1, 3–5 und 8 EStGPrimärtext geprüft
- F-BONS-03
Auf die Lohnsteuer eines Bonus wird der volle Soli von 5,5 % einbehalten; die Milderungszone wirkt erst in der Veranlagung.
§ 4 S. 4 SolZG 1995Primärtext geprüft
- F-BONS-04
Die einbehaltene Lohnsteuer wird auf die Einkommensteuer angerechnet; zu viel Gezahltes erstattet das Finanzamt nach dem Bescheid.
§ 36 Abs. 2 S. 1 Nr. 1–2 und Abs. 4 S. 2 EStGPrimärtext geprüft
- F-EZ-01
Ein Bonus zählt in der Sozialversicherung zum Monat, in dem er ausgezahlt wird.
§ 23a Abs. 1 SGB IVPrimärtext geprüft
- F-EZ-02
Beiträge auf einen Bonus fallen nur an, soweit das Gehalt des Jahres die Beitragsbemessungsgrenze bis zum Auszahlungsmonat noch nicht ausgeschöpft hat.
§ 23a Abs. 3 SGB IVPrimärtext geprüft
- F-EZ-03
Ein Bonus im Januar bis März zählt für die Sozialversicherung zum Vorjahr, wenn er die anteilige Beitragsbemessungsgrenze übersteigt (Märzklausel).
§ 23a Abs. 4 S. 1 und Abs. 5 SGB IVPrimärtext geprüft
- F-PVB-01
Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld bleiben steuerfrei, erhöhen aber den Steuersatz auf Ihr übriges Einkommen (Progressionsvorbehalt).
§ 32b Abs. 1 S. 1 Nr. 1 und Abs. 2 S. 1 EStGPrimärtext geprüft
- F-ELG-07
Elterngeld ist steuerfrei, erhöht aber über den Progressionsvorbehalt den Steuersatz auf das übrige Einkommen.
§ 3 Nr. 67 Buchst. b EStG; § 32b Abs. 1 S. 1 Nr. 1 Buchst. j und Abs. 2 EStGPrimärtext geprüft
- F-GDSB-02
Bei Zusammenveranlagung beträgt die Einkommensteuer das Doppelte der Steuer auf die Hälfte des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens (Splitting).
§ 32a Abs. 5 EStGPrimärtext geprüft
- F-LOSS-01
Ein steuerlicher Verlust aus Vermietung mindert Ihr zu versteuerndes Einkommen aus Gehalt oder Praxis.
§ 2 Abs. 3 EStGPrimärtext geprüft
- F-EZ-04
Nach heutigem Recht gilt der Tarif 2026 auch für 2027, solange der Gesetzgeber nichts ändert.
§ 32a Abs. 1 S. 2 EStGPrimärtext geprüft
- F-EZ-05
Geplant, nicht beschlossen: Der Grundfreibetrag soll 2027 auf 12.564 € steigen.
Bundesregierung, „Einkommensteuerreform 2027“Gesetzentwurf, nicht in Kraft
- F-EZ-06
Geplant, nicht beschlossen: Die Beitragsbemessungsgrenzen sollen 2027 auf 8.850 € (Rente) und 6.375 € (Kranken- und Pflegeversicherung) im Monat steigen.
BMAS, Meldung 21.09.2026Gesetzentwurf, nicht in Kraft
- F-GEN-02
Eine Abschreibung spart nie mehr Steuer, als sie kostet: bei 42 % Steuersatz sparen 100 € Abschreibung 42 € plus Soli.
§ 21, § 32a EStGPrimärtext geprüft
Verantwortlich: Max Caramann. Rechenergebnisse, keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung.